Loco, loco...

Sonntag, den 28.08.2019

Heute, Sonntag war ein besonders ereignisreicher Tag. Mit dem neuen Mann meiner Gastmutter namens Edwin und seinen drei Kindern (eine Tochter 20, zwei Söhne 18&14) fuhren wir am morgen um 10Uhr los, um zum Staudamm von Cachí zu fahren. Über mystische, aber wunderschöne Straßen, die durch den grünen Regenwald schlichen, erreichten wir die riesige Anlage (wie man im Video sieht). Der Staudamm ist zum Großteil mit dafür verantwortlich, dass Costa Rica zu 99 Prozent Energie aus erneuerbaren Quellen bezieht. Später ging es weiter zum Mirador (Aussichtspunkt) de Orosí, von dem man einen fulminanten Ausblick auf die Berge, Zitronenplantagen, den Fluss Orosí (von dem auch der Staudamm abhängig ist) und die gleichnamige Stadt hatte. Eine frische Kokosnuss schlürfend lies sich die Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit dort recht gut aushalten. Weiter ging es in die ehemalige Hauptstadt und in das religiöse Zentrum Costa Ricas in Cartago. Dort steht auch die Basilika, zu der sich am 2. August mit circa 2,5Millionen Menschen fast die Hälfte der Costa Ricanischen Bevölkerung auf den Weg macht. Dort begriff ich, als Agnostiker, zum ersten Mal, wie religiös und katholisch geprägt dieses Land und diese Weltreligion eigentlich ist. Der Glauben spielt eine enorme Rolle und aus Respekt und Ehrfurcht vor ihrer heiligen Maria ("la vírgen", die Beschützerin des Costa Ricanischen Volkes) gegenüber, robben sich die Besucher und Gläubigen auf ihren Knien von der Pforte bis zum Altar. So was hab ich bisher nur im Petersdom erlebt. Später wurde ich noch mit Weihwasser übergossen und mit Liebe und Glück für das Jahr gesegnet. Edwin, der übrigens aussieht, wie man sich einen stereotypischen Caballero vorstellt: zurückgegeltes Haar, dunkelbraun gebrannt, rotes, weit aufgeknöpftes Hemd, sprießendes Brusthaar und einen dicken Ledergürtel mit Kuhfell und der Aufschrift "EDWIN!", schenkte mir als Andenken noch eine kleine Maria-Figur. Nach dieser Erfahrung ging es weiter in die Finca "El Pizote", wo wir einen so riesigen Teller voll Essen serviert bekamen, wie ich ihn noch nie erlebt habe. Es war allerdings viel mehr ein Gericht für Karnivoren. Danach war mein Magen so voll, ich hätte mich den Berg herunterrollen können. Verrückt wie Edwin ist nahm er uns noch mit in die Tanz- und Karaokebar, wo er in seiner Jugend immer war. Es war wirklich verrückt! Pura Vida, sag ich nur zu diesem Tag...



Staudamm von Cachí

Aussicht auf das Valle Central mit der Hauptstadt San José

Der Fluss Orosí

Mirador de Orosí

Das beschriebene "auf den Knien robben"

Weihwasserstelle neben der Basilika

Basilika de Cartago, religiöses Zentrum CR`s

Essen!


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