La Cordillera de Talamanca. Camino de la muerte.

Eine Herausforderung, die ich mir die ganze Zeit vorgenommen hatte und endlich umsetzen konnte war es die Cordillera de Talamanca zu überqueren. Was ist die Cordillera de Talamanca? Die größte Bergkette Costa Ricas, die bis 3800m hochgeht und die Karibikseite von der Pazifikseite trennt und sich bis nach Panama durchzieht. Die Cordillera ist offiziell Teil des "parque internacional La Amistad" aber größtenteils Niemandsland. Es gibt keinerlei Zivilisation. Hier regiert einzig und allein Mutter Natur und das Gesetz des Djungels. Das Gebiet wurde zu Kolonialzeiten nicht einmal von den Spaniern erobert, da sie sich im Urwald verliefen und starben. In Talamanca streunen schwarze Panther, Berglöwen und Jaguare umher. Tapire essen sich an der saftig grünen Flora satt. Und verschiedene Schlangenarten gleiten zwischen feuchten Moosen entlang. Es gibt keine Häuser, keine Menschen, keine Wege, nichts! Nur endloser Urwald.
Moment mal... keinen Weg? Doch es gibt einen kleinen Trampelpfad, der ständig zugewachsen ist. Diesen alten Weg kennen nur noch einige wenige Indigenen der Bribris und Cabecares. Diese beiden Ethnien sind vorwiegend auf der Karibikseite Costa Ricas am Fuße der Cordillera de Talamanca angesiedelt. Jedoch gibt es einige wenige BriBri und Cabecar Dörfer auf der Pazifikseite. Dieser besagte Weg war wohl das historische Verbindungsstück. Einige wenige Familien schaffen es über Generationen, dass dieser Weg nicht vergessen wird. Nur ein bis zwei mal im Jahr wird die Cordillera de Talamanca wohl überquert. Dementsprechend verwildert ist der Weg auch und man kann sich schnell verlaufen. Sechs bis Acht Tage dauert diese kräftezehrende Wanderung, je nachdem wie schnell man ist. Zum Glück haben zwei Freunde und ich durch meine Organisation Seprojoven, die bevorzugt in den Indigenen Territorien Costa Ricas arbeitet den Kontakt zu Amadeo aufbauen können. Amadeos Familie ist spezialisiert auf die Überquerung der Cordillera. Sein 63 jähriger Vater ist die Wanderung über fünfzig mal gelaufen. Das erste mal barfuß mit 13 Jahren allein mit seinem Vater. So machten wir uns als zehnköpfige Gruppe (Amadeo und sein Vater als Guides, der Bruder des Vaters und dessen Sohn, fünf Deutsche und ein Tico-Freund) in der Nacht des 27. Februar um 4uhr morgens auf den Weg. Was folgte war eine atemberaubende Lebenserfahrung, die ich nie vergessen werde. Ich spürte die Kraft und Magie des Urwalds am ganzen Körper und hatte regelmäßig Momente in denen ich einfach nur überwältigt war. Ich lasse einfach mal Bilder sprechen. Denn sie sagen mehr als tausend Worte.




Der erste Anstieg. Wir starteten bei Ujarrás (pazifische Seite).

Don Thomas, Amadeos Vater mit Machete. Letztere wird essentiell sein, um sich durch den Djungel zu schlagen.

Amadeo und sein Cousin Armando.

Die Gruppe.

So sah unser gewöhnliches Nachtcamp aus. 

Wir schliefen immer neben einem Fluss, was echt ein Luxus war, weil man sich auf diese Weise den Schweiß des Tages und seine Klamotten waschen konnte.


Nur Regenwald.

Ein wunderschöner Wasserfall.



Blick durchs Geäst nach einer verregneten Nacht.



Tapir-Kot. Man sieht, sie essen sich richtig satt.

Eine Jaguar Fährte. Von denen sahen wir öfters welche.

Morgens und Abends machten wir immer frischen Café, der uns die nötige Energie gab.


Tilman und Simon am Café machen.


Die Energiereserven waren an diesem Tag aufgebraucht, aber dieser Fluss war unglaublich und konnte mir ein Lächeln ins Gesicht zaubern.






Die Karibikseite war erreicht und wir befinden uns an Tag sechs auf der Zielgeraden,

Das erste Haus nach sechs Tagen. Hier im Territorio Indígena Cabecar de Talamanca. Wir stärkten uns nochmal mit Bananen für die letzten Stunden zu Fuß. Nach 12 Stunden bloßem Wandern kamen wir dann endlich am 3. März in Amubri totmüde an und waren einfach nur erleichtert!







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